Perfektionismus - wozu eigentlich?

Perfekt sein - der große (Alp)Traum

Würdest du dich als Perfektionisten bezeichnen?

 

Hast du das Gefühl, du müsstest immer noch etwas besser machen, anders machen, genauer machen, schneller machen?

 

Kannst du nach einer Arbeit schlecht loslassen und fällt dir immer noch etwas ein, was du gerne verbessern möchtest, ändern möchtest?

 

Vergleichst du dich und dein Schaffen mit anderen Menschen und hast dabei das Gefühl, niemals so gut zu sein wie die anderen?

 

Falls ja: wie geht es dir damit?

 

Wenn du dich wohl damit fühlst, brauchst du jetzt nicht weiter zu lesen. Dann ist dieser Artikel nichts für dich.

 

Wenn du dich mit deinem Perfektionismus allerdings nicht so wohl fühlst, ihn gern etwas dämpfen möchtest, dann freue ich mich diese Zeilen für dich zu schreiben.

 

Perfekt zu sein ist ein großer Traum. Und: Perfekt zu sein ist ein großer Albtraum. Perfekt zu sein ist wie eine Seifenblase, die beim kleinsten Berühren ganz schnell zerplatzt.

 

Egal was du tust, als Perfektionist hast du immer das Gefühl: es reicht nicht.

Es geht noch besser. Das ist noch nicht gut genug. Ich bin noch nicht gut genug. Ich genüge nicht. Das können andere viel besser als ich.

 

Und ganz gleich, wie viel Arbeit, wie viel Kraft und Energie du in dein Schaffen investierst,  wie viele Änderungen du durchführst, wie oft du dich drehst und wendest: Dein Gefühl bleibt doch immer gleich. Es reicht nicht. Immer noch nicht. 

 

Also weiter, los geht's in die nächste Runde, einmal noch im Kreis drehen.

 

Und genau hier ist es an der Zeit Stopp zu sagen!

 

Stopp zur Stressspirale

Stopp dem immerwährenden Kampf in Dir, gegen Dich

Stopp zu deinem Reaktionsmuster

Stopp zu allen überhöhten Erwartungen an Dich

Stopp allen Bewertungen dir selbst gegenüber

Stopp dem Perfektionisten in dir!

 

 

Ich weiß, das sagt sich ganz leicht und ist doch so schwer umzusetzen. 

 

Ich selbst bin Perfektionistin. Und ich weiß, wie schwer es ist, diese hohen Ansprüche an sich selbst zur Seite zu schieben, ihnen nicht so viel Raum zu geben und innerlich Nein zu sagen. 

 

Zu widersprechen: Hey ihr wollt zu viel von mir! Ich kann euch nie genügen! Ihr kommt aus einer ganz anderen Zeit, ihr habt mit heute nichts zu tun!

 

Also: lasst mich doch einfach in Ruhe, lasst mich meine Dinge so tun wie ich sie jetzt gerne tun möchte! Hört auf an mir zu nörgeln, zu meckern, mich immer wieder zu triggern und zu sagen: Nein Norma, das reicht nicht! Das ist noch nicht die Eins mit Sternchen! Das kannst du besser!

 

Was also hilft dabei diese inneren Kritiker loszulassen?

 

Zuallererst ist es wunderbar, sie als solche zu erkennen! Du merkst: das bin gar nicht ich! Das sind Stimmen in mir, die aber nicht meine eigene Stimme sind. Das sind vielleicht die Stimmen deine Eltern, deiner Lehrer, frühester Bezugspersonen.

 

Und sie dröhnen, sie schreien, sie schimpfen und meckern in dir und übertönen deine eigene wundervolle Stimme, die viel besser weiß, was gut für dich ist und dass du gut genug bist.

 

 

Im nächsten Schritt kannst du zum Forscher werden. Du beginnst, dich ein wenig in dich sinken zu lassen, tiefer zu gehen und hinzuschauen: woher könnten diese überhöhten Ansprüche an mich selbst kommen? 

Wann habe ich sie in mich hinein gelassen? Ihnen Tür und Tor geöffnet, um mich innerlich immer wieder zu verurteilen, zu bewerten, mich klein zu machen?

 

Stell dir vor, wie du diese Stimmen vor dir siehst und ihnen wie eine andere Person zuhörst. Vielleicht fällt es dir so leichter, ihre überhöhten Ansprüche an dich zu erkennen. Und vielleicht kannst du so auch das Gefühl dahinter erkennen und spüren. Vielleicht zeigt sich Wut, vielleicht Enttäuschung, vielleicht Trauer. Vielleicht erinnerst du dich an bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen, in denen du perfekt sein solltest.

 

Trau dich, dir beizustehen. Trau dich, deiner inneren Stimme Gehör zu schenken. Trau dich, deinen inneren Kritikern die rote Karte zu zeigen. Stopp zu sagen.

 

Während du deinem alten Muster, deinen inneren Kritikern begegnest, versuche weiter zu atmen. Atme entspannt. Atme so gut, wie es dir gerade möglich ist.

 

Trau dich, deine Gefühle zu zu lassen, die vielleicht aufkommen. Sie möchten gesehen werden, gefühlt werden. Und indem du fühlst und atmest, erlöst du dich Stück für Stück von den Ansprüchen anderer an dich. Du entbindest dich von dem Gefühl, perfekt sein zu müssen.

 

Du bekommst die Kontrolle zurück. Du entscheidest, was du wirklich möchtest. Wie du deine Arbeit gestalten möchtest. Wann sich dein Schaffen für dich gut genug anfühlt. 

 

Um dir deines inneren Kritikers noch bewusster zu werden, kannst du eine kleine Übungen machen: 

 

Mach etwas mit voller Absicht nicht perfekt! Schreibe, sprich, male, ... und verzichte ganz bewusst auf jegliche Korrekturen. 

 

Und dann setz dich hin und fühle, was sich dabei zeigt. Spüre, wie es dir damit geht, etwas nicht Perfektes kreiert zu haben. Und bleib da. bleib bei diesen Gefühlen. Nimm wahr, wo es sich in deinem Körper zeigt. Wie es sich anfühlt. Piekst es oder hämmert es? Ganz egal, wie du dieses Gefühl empfindest: bleib da, nimm es wahr, genau so, wie es jetzt auftaucht. Und atme. Fühle das Gefühl! Mehr gibt es nicht für dich zu tun. Indem du fühlst, erlöst Du das Muster in Dir. 

 

Denn eines weiß ich ganz sicher:

 

Du bist perfekt auf diese Welt gekommen! Du bist perfekt in jedem Moment! Du bist perfekt mit all Deinen Anteilen! Du bist perfekt in Deiner Unperfektheit! 

 

Du bist perfekt! Du bist perfekt! Du bist perfekt!

 

Wenn Du mehr über Innere Antreiber erfahren willst, kannst du hier einen Test machen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0